BIG Lambrecht 1 gewinnt mit 5:3 bei PBC Trier 2

> Trier (afb). 15 Wochen nach dem enttäuschenden Abstieg aus der Regionalliga Süd-West fand sich das Oberligateam der BIG Lambrecht auf Verbandsebene wieder und begann in Trier mit der Mission Wiederaufstieg um es dann (natürlich) besser zu machen!

Vor einer Woche feierte das Team mit dem Vizemeistertitel in der Pokal-Mannschaft und der damit verbundenen Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft Ende Oktober bereits einen erfolgreichen Saisonstart, doch man war vor der schweren Auswärtsaufgabe bei sicherlich einem der stärkeren Teams in der Liga gewarnt, nicht nur aufgrund der langen Anreise. Mit dem 29-jährigen Marco Schanz, neu in der Mannschaft für den ehemaligen Kapitän Thomas Andries, gab es über die Sommermonate auch eine personelle Änderung, wobei der Kern der Erfolgsmannschaft mit dem 25-jährigen Andreas Bachtler, dem 30-jährigen Andreas Daniel und dem 33-jährigen „Senior“ Rouven Schowalter erhalten blieb!

So gab es auch keinerlei Überraschungen oder gar Experimente bei der Aufstellung: Der frisch gebackene Schinderhannes-Cup Sieger, amtierende Landesmeister im 10-Ball, Vizemeister in den Disziplinen 14.1e und 8-Ball und Drittplatzierter im 9-Ball Andy D. startete in der Vorrunde im 14.1e. Youngster Andy B., seines Zeichen amtierender 8-Ball Champion des Verbandes und somit ebenfalls wie Andy D. Teilnehmer bei der Deutschen Meisterschaft im Einzel, startete im 8-Ball. Newcomer Marco, der im Sommer zum dritten Mal in Folge die Turnierserie des Weinstraßen-Cup als Gesamtsieger beendete, spielte bei seinem ersten Auftritt 10-Ball. Und Linkshänder Rouven, der bei den Landesmeisterschaften den 3. Platz im 10-Ball erreichte, ging im 9-Ball ins Rennen! Als erstes war die Partie von Marco zu Ende und er konnte sein Debüt leider nicht mit einem Sieg krönen, denn gegen Bruno Ernst setzte es im 10-Ball eine 5:8 Pleite. Nach einem schnellen 0:4 Rückstand, kämpfte sich Marco wieder auf 4:4 heran. Danach folgte von jedem Akteur eine Aus-Partie nach einem jeweils erfolglosen Break des Gegners und es stand somit 5:5. Von da an konnte Marco keine Partie mehr für sich entscheiden und sprach am Ende von einiger Anfangsnervosität im neuen Team! Wenig später erzielte Rouven mit seinem ungefährdeten 9:5 Erfolg im 9-Ball gegen Johny Krösser den 1:1 Ausgleich für die BIG. Dabei reichte dem Linkshänder eine durchschnittliche Leistung, wobei seinem Gegner zwei unglaubliche Kombis gelangen, mit denen er das Match zu Beginn noch ausgeglichen gestalten konnte. Doch mit zunehmender Spieldauer übernahm Rouven das Kommando und gewann letztlich noch mit mancher Aus-Partie souverän. Das 14.1e von Andy D. gegen Michael Hau hatte gleich mehrere Storys parat, zum einen war es die Neuauflage des Finales der Landesmeisterschaft und der Lambrechter hatte somit noch eine Rechnung mit seinem Gegner offen und zum anderen sorgten die Breaks des Gegners für Gesprächsstoff und das nicht zum letzten Mal an diesem Tag! So hervorragend das Spielmaterial in Trier auch war (schließlich spielt die 1. Mannschaft in der 1. Bundesliga) ist es dennoch mehr als fraglich ob auf einem getappten Tisch 14.1e gespielt werden sollte. So spielte der Trierer eine 57er Serie indem er einige Breakbälle einfach nur lochte und dann die Eckkugel aus dem noch geschlossenen Dreieck ansagte und auch stets versenkte. Trotz dieser äußerst fragwürdigen Methode seines Gegners, die das 14.1e-Spiel total zweckentfremdet behielt Andy D. am Ende mit 125:98 souverän die Oberhand. Dabei hatte er keine guten Zwischenbreaks und es schlichen sich ungewohnt viele Stellungs- und Schussfehler bei ihm ein, was vielleicht auch an dem neuen Griffband an seinem Queue lag, welches sich nach seiner Aussage fremd anfühlte! Letztendlich gelang ihm die 2:1 Führung für sein Team auch ohne höhere Serien und vor allem mit „normalen“ Breakbällen! Das 8-Ball zwischen Andy B. und Joe Graf war die längste Partie der Vorrunde und endete aus Lambrechter Sicht leider mit einer äußerst knappen 6:7 Niederlage. Nachdem der Trierer mit 2:0 in Führung ging konnte Andy B. mit gutem Spiel seinerseits mit 3:2 in Führung gehen. Von da an konnte sich keiner der beiden Spieler entscheidend absetzen, was zum einen an den oftmals erfolglosen Breaks beider Akteure lag, denn es fand fast nie eine Kugel den Weg in eine Tasche und zum anderen daran, dass Andy B. insgesamt drei 8er verschoss, was nicht nur völlig ungewohnt für ihn ist, sondern ihm am Ende auch das Genick brach. Beim Hill-Hill Stand von 6:6 hatte sein Gegner Breakrecht, diesmal fiel eine Kugel und er schoss die Partie zum 2:2 Halbzeitstand aus.

Auch die Aufstellung der Rückrunde brachte im Team der BIG keine Überraschungen und so spielte Andy B. das 14.1e, Rouven 8-Ball, Andy D. 10-Ball und Marco 9-Ball. Diesmal war es Andy D. der als erster fertig wurde und durch seinen 8:4 Erfolg im 10-Ball gegen Johny Krösser die Mannschaft mit 3:2 in Front brachte! Am Anfang ließ er noch zwei Chancen liegen, was ihm einen 1:3 Rückstand einbrachte. Aber als sein Gegner dann eine Vier-Zehn Kombi zur möglichen 4:1 Führung im Loch liegen ließ fand Andy D. zu seinem Spiel und gewann souverän vier Spiele in Folge zum zwischenzeitlichen 5:3. Nachdem der Trierer noch einmal auf 5:4 verkürzen konnte beendete der Lambrechter das Match gut und erfolgreich. Die restlichen Partien entwickelten sich zu wahren Krimis und so kam es dass zunächst Marco im 9-Ball gegen Joe Graf die denkbar knappste Niederlage von 8:9 hinnehmen musste. Dabei geriet er zunächst mit 0:2 ins Hintertreffen ehe ihm eine Serie von gewonnenen Spielen zur 6:3 Führung verhalf. Beim Stand von 6:5 für den Lambrechter verfehlte er eine 9, was sicherlich ein Knackpunkt des Satzes war, in dem die Breaks beider Akteure auf den getappten Tischen immer sehr gut waren. Bis zum Hill-Hill von 8:8 brachte dann sowohl Marco als auch sein Gegenspieler jeweils das eigene Break durch und im entscheidenden Spiel hatte der Neuling im Team der BIG Pech als er aus einem Safe-Duell zunächst als Sieger hervorging indem er die 5 über Bande in die Mitteltasche versenken konnte. Doch die Freude währte nur kurz, denn der Spielball rollte ein wenig zu weit, sodass Marco gezwungen war einen Bogenball auf die 6 zu spielen und dieser leider nicht von Erfolg gekrönt war wodurch sein Gegner wiederum die restlichen Kugeln zum Sieg einlochen konnte. Doch der Zwischenstand von 3:3 sollte nicht lange halten, denn wenig später versenkte Rouven in seinem 8-Ball gegen Michael Hau ebenfalls in einer Hill-Hill-Partie die letzte 8 zum 7:6 Erfolg und brachte die BIG somit wieder mit 4:3 in Front! Doch danach sah es zu Beginn des Satzes nicht unbedingt aus, denn der Lambrechter lag nach einer Aus-Partie seines Gegners, einem eigenen Schussfehler im zweiten Spiel und einer erneuten Aus-Partie seines Gegners zunächst mit 0:3 hinten. Diesen Rückstand konnte Rouven jedoch wieder egalisieren und von da an gab es bis zum Stand von 6:6 immer nur ein Spiel Differenz zwischen den beiden, wobei der Lambrechter Linkshänder zur eigenen 6:5 Führung einen Jump-Shot und anschließend eine schwere 8 lochte, bevor ihm dann beim darauf folgenden Anstoß der Spielball in die Tasche fiel und sein Gegner ausglich. Das letzte und entscheidende Spiel dieses Satzes war dann genau so umkämpft wie das komplette Match zuvor auch mit dem besseren Ende für Rouven und der bereits angesprochenen 4:3 Führung für die BIG! Die Entscheidung über Sieg oder Unentschieden am ersten Spieltag der neuen Saison oblag also dem jüngsten im Team, Andy B. spielte nämlich noch als letzter das 14.1e gegen Bruno Ernst. Dabei kam es gleich zu Beginn des Matches als der Trierer eine 31er Serie spielte und in Führung ging zum Disput zwischen den beiden Kontrahenten, denn auch in diesem 14.1e behalf sich der gastgebende Spieler bei seinen Breaks der getappten Tische und lochte ein ums andere mal aus geschlossenem Dreieck heraus den Eckball ohne zuvor auch nur ansatzweise bemüht zu sein einen „richtigen“ Breakball zu haben! Als der Trierer wohl im Gefühl des sicheren Sieges dann auch noch mehrfach ironisch-provokante Aussagen in Richtung des Lambrechters schickte war die Brisanz der Begegnung endgültig vorhanden. Doch Andy B. ließ sich davon nicht im geringsten beeindrucken und legte ganz im Gegenteil seine gewohnten Stärken an den Tag, indem er unter Druck noch besser spielte und mit seiner ruhigen Ausstrahlung dem Gegner wiederum sein Spiel aufzwängte. So schaffte er es den anfänglichen Rückstand schnell wieder aufzuholen und es entwickelte sich ein Match, bei dem sich keiner der beiden Akteure entscheidend absetzen konnte und es immer wieder zu kleineren Safe-Duellen kam. Als dann alle anderen Partie zu Ende waren und klar war dass es hier um einen möglichen Sieg für sein Team ging legte der Lambrechter Younster noch einmal eine Schippe drauf und lochte schließlich unter großem und erleichtertem Jubel zum 125:95 Sieg ein, wobei er ebenso wie sein Namensvetter in der Hinrunde seine Breakbälle stets auf die normale und herkömmliche Art und Weise versenkte, während sich sein Gegner dabei fast ausschließlich der fragwürdigen Methode bediente was ihm aber am Ende auch nichts half!

Abschließend lässt sich ein gelungener Saisonstart im schweren Auswärtsspiel bei PBC Trier 2 für die 1. Mannschaft der BIG resümieren. Durch die restlichen Ergebnisse in der höchsten rheinland-pfälzischen Spielklasse hat das Team gleich wieder den Sprung an die geteilte Tabellenspitze geschafft und möchte diesen Platz am liebsten nicht mehr hergeben. In zwei Wochen, am Tag der Deutschen Einheit, geht es dann im Billardcafé „Zum Alten Theater“ in Lambrecht mit dem ersten Heimspiel der neuen Saison gegen BF Mittelrhein 1 weiter, die ebenfalls mit 5:3 am ersten Spieltag siegreich waren. Eine sicherlich spannende Saison mit einigen Anwärtern auf den einzigen Aufstiegsplatz für die Regionalliga Süd-West hat ihren Vorhang geöffnet und die vier Jungs aus Lambrecht haben sofort gezeigt, dass die Konkurrenz wie immer mit ihnen rechnen muss!

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