BIG Lambrecht 1 spielt 4:4 daheim gegen VfF Bad Kreuznach
> Lambrecht (afb). Mit dem Ende der Siegesserie von 12 Spielen in Folge im heimischen Billardcafé „Zum Alten Theater“ endete auch der große Traum der Titelverteidigung für die 1. Mannschaft der BIG Lambrecht in der Regionalliga! Das Quintett wollte mit seinen Fans im Rücken noch einmal alle Kräfte mobilisieren um erneut zur Aufstiegsrunde für die 2. Bundesliga zu fahren, doch am Ende bleibt nur die Vizemeisterschaft mit Tragödien, Trauer und Tränen, denn über den Aufstieg in die neu installierte 3. Liga (Regionalliga Süd-West) kann sich im Lager des Noch-Meisters niemand freuen!

Man muss schon sehr lange zurück denken um einen derartigen Zuschaueransturm in Lambrecht erlebt zu haben, was nicht zuletzt mit den vielen mitgereisten Fans aus Bad Kreuznach zu tun hatte. Die Rahmenbedingungen für DAS große Meisterschaftsendspiel hätten besser nicht sein können, die besten Poolspieler des Landes hatten sich zusammengefunden um die beste Vereinsmannschaft zu küren und das Publikum spannend und hochklassig zu unterhalten! Doch am Ende versagten dem Meister, vor allem dem Jüngsten, die Nerven...

Mit erhobenen Hauptes und großem Selbstbewusstsein starteten die Lambrechter Jungs in ihrer gewohnten Formation in den Showdown mit Andy D. im 14.1e, Adi im 8-Ball, sowie Rouven und Andy B. im 9-Ball. Der Respekt des Gegner wurde bereits in der Aufstellung deutlich, denn die beiden Topspieler von Bad Kreuznach mieden bewusst die Duelle mit den beiden Andys aus Lambrecht, was der eine oder andere Zuschauer sichtlich schade fand! Das erste Ausrufezeichen des Tages setzte Andy B. in seinem 9-Ball Match, in dem er von Beginn an das Heft in die Hand nahm und sich mit einer konzentrierten und fehlerfreien Leistung schnell eine 5:1 Führung erspielte. Durch sein schlechter werdendes Break kam sein Gegner jedoch wieder zurück und holte Spiel für Spiel bis zum 6:5 für den Lambrechter auf. Doch dann zeigte Andy B. die ganze Palette seines Spiels und drängte seinen Gegenüber mit drei zwingenden Safes in drei Fouls hinein, was den Satz schlussendlich zu seinen Gunsten entscheiden sollte, denn im Anschluss behielt der junge Lambrechter die Ruhe und schrie beim Versenken der letzten Neun über Bande zum souveränen 9:5 Sieg seine ganze Anspannung heraus! Rouven bekam es in seinem 9-Ball mit dem stärksten Spieler des Widersachers zu tun und wusste von vorneherein, dass eine sehr starke Performance von Nöten sei um diesen zu schlagen. Und diese zeigte der lambrechter Linkshänder auch, nicht nur zu seiner eigenen Zufriedenheit, denn nachdem es am Anfang bis zum 4:4 immer sehr eng zuging, spielte er einen starken Satz ohne gröberen Fehler! Nach einer herausgespielten 7:4 Führung konnte Rouvens Kontrahent zwar noch einmal verkürzen, doch mit einer erfolgreichen Acht-Neun Kombination im letzten Spiel sicherte er sich und seinem Team die wichtige 2:0 Führung und zu diesem Zeitpunkt sah es so aus, als wäre dieser Satzgewinn der große Big-Point für die BIG an diesem Tag! Kapitän Adi startete im 8-Ball leider wieder mit seinem üblichen Handicap in den Satz, nämlich komplett ohne Break und mit Startschwierigkeiten. Dementsprechend sah er sich auch gleich einem 1:3 Rückstand gegenüber, doch von da an baute sein Gegner, für ihn ungewohnt, immer wieder Fehler in sein Spiel ein, die der Lambrechter konsequent zu nutzen wusste und sich somit eine 5:3 Führung erarbeitete! Im Anschluss hatte Adi zweimal die große Chance den Satz siegreich zu beenden, doch zuerst verstellte er sich auf die Acht und verfehlte diese, was das 5:4 nach sich zog und im nächsten Spiel lochte er mit der Acht den Spielball, sodass es plötzlich 5:5 stand. Und wie das eben so ist wenn man seine Chancen nicht nutzt und den Gegner somit wieder stark macht, schoss dieser die nächsten beiden Partien zum 7:5 Sieg aus ohne den lambrechter Routinier noch einmal an den Tisch kommen zu lassen. Andy D. zeigte derweil einen bärenstarken Beginn in seinem 14.1e mit einer 57er Serie ehe er einen geraden Ball verschoss. Nach diesem Fehler haderte er mehr mit sich selbst als mit seinem Gegner und alleine dieser Tatsache war es zu schulden, dass es noch bis zur 16. Aufnahme dauerte bis der Lambrechter seinen 125:84 Erfolg feiern konnte und sein Team somit zur 3:1 Halbzeitführung führte!

Bis dahin schien alles nach dem Geschmack des Gastgebers zu laufen auch wenn durch die unnötige Niederlage von Adi durchaus eine 4:0 Pausenführung möglich gewesen wäre. Nach kurzer Teambesprechung entschied sich der Meister Rene an diesem Tag nicht aufzustellen, aber dennoch die Standardausrichtung mit Andy B. im 14.1e, Rouven im 8-Ball, sowie Andy D. und Adi im 9-Ball beizubehalten. Und diesmal kam es auch zu den beiden mit Spannung erwarteten Duellen der beiden Andys auf lambrechter Seite mit den beiden Topspielern des Herausforderers. Andy D. schien dieses Duell wie willkommen, denn er untermauerte seine derzeitige Ausnahmestellung im Billardverband mit einem überragenden 9:2 Sieg über seinen machtlosen Gegner! Nach zwei blöden Fehlern gleich zu Beginn des Satzes lag der Lambrechter zwar mit 0:1 hinten, doch im Anschluss ließ er keine Zweifel aufkommen und zeigte bis zum 6:1 eine konstante und fehlerfreie Leistung mit einem sehr starken Break. Durch ein Foul musste er noch eine Partie abgeben, doch daraufhin brachte Andy D. seinen sehr starken 9-Ball Satz souverän zu Ende und seine Mannschaft somit mit 4:1 in Front! Es fehlte also nur noch ein Spiel um den großen Sieg perfekt zu machen, doch dieser lässt noch heute auf sich warten... Kapitän Adi lag in seinem 9-Ball pausenlos in Rückstand und schaffte es bis zum 2:5 nicht wieder heranzukommen. Doch dann kämpfte er noch einmal bis zum 5:6 aus seiner Sicht, doch das gute Break und sichere Lochspiel seines Kontrahenten ließen ihm keine Chance das Ruder herumzureißen und als er dann beim 6:8 noch einen Schussfehler einbaute, war seine 6:9 Niederlage besiegelt! Im 8-Ball sollte es Rouven mit einem engen Match zu tun bekommen, denn keiner der beiden Akteure konnte sich entscheidend absetzen bis der Lambrechter schließlich die Möglichkeit zum 6:3 ausließ, indem er die Acht verschoss und es stattdessen 5:4 stand. Trotzdem bekam er immer wieder die Chance zum Sieg und konnte keine davon nutzen, indem er nach eigener Aussage genau so spielte wie man 8-Ball eben nicht spielen darf! Dafür kassierte Rouven am Ende die Quittung, als sein Gegner das letzte Spiel zum 7:5 Sieg ausschoss und den Spielstand auf 4:3 für den Titelverteidiger verkürzte. Große Spiele bringen große Helden hervor und so hätte Andy B. einer werden können in seinem abschließenden und entscheidenden 14.1e. In der Neuauflage des 14.1e-Finales der vergangenen Landesmeisterschaft musste sich der Lambrechter jedoch erneut dem amtierenden Titelträger beugen und zeigte von Beginn an Nerven mit einigen gravierenden Fehlern, die seinem Gegner zwei Serien über 40 Bälle ermöglichten! Diese Bürde konnte er auch aufgrund des sehr starken Defensivspiels seines Kontrahenten bis zum Schluss nicht mehr tilgen und verlor am Ende zum Entsetzen aller, aber am meisten zu seinem eigenen, verdient mit 45:125 was mit dem 4:4 Endstand und dem Ende der lambrechter Meistertraums einherging. Während die Bad Kreuznacher mit ihrem Anhang den gewonnen Punkt feierten, breitete sich aufgrund der zwei verlorenen Punkte bei der BIG ein Schockzustand aus!

Die Tabellenkonstellation sieht zwar den Titelverteidiger aus Lambrecht noch an der Spitze, doch durch das Nachholspiel von Bad Kreuznach tendieren die Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung mit diesem 4:4 gegen Null und es zeigt sich immer deutlicher, dass die nach hinten erlaubte Spielverlegung des Mitstreiters eine sehr unglückliche Entscheidung des Präsidiums gewesen ist! Trotzdem ist es der BIG in zwei Aufeinandertreffen mit den vier Jungs aus der Kurstadt nicht gelungen einen Sieg zu erspielen, denn beide Partien endeten 4:4, was ein weiteres Indiz für die Stärke dieser beiden Teams ist. Bleibt aus lambrechter Sicht, neben den Scherben dieser Spielzeit, nur noch ein aufrechter und herzlicher Glückwunsch an Bad Kreuznach auszusprechen, die zwar nicht die stärkere Mannschaft sind, aber dennoch verdient Meister werden und somit die rheinland-pfälzischen Farben bei der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga Ende Juni in Solingen vertreten! Wir drücken euch Jungs die Daumen und falls es am Ende doch nicht mit dem Aufstieg klappen sollte sehen wir uns in der nächsten Saison in der neu geschaffenen Regionalliga Süd-West wieder, wobei sich in Lambrecht über diesen Aufstieg derzeit noch niemand freuen kann...

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